Altes Postgelände "Die andere Weltbühne"

Veröffentlicht am 14. September 2025 um 12:31

🏗 Historie des alten Postgeländes in Strausberg

- 1984: Errichtung des Fernmeldezentrums der DDR auf dem heutigen Gelände der Anderen Welt Bühne. Es umfasste Funktionsgebäude, Hallen und einen zweigeschossigen Bunker mitten im Wald.
- Nach der Wende blieb das Gelände lange ungenutzt – eine stille Brache mit Beton, Wald und Geschichte.

 

🎭 Entstehung der Anderen Welt Bühne

- 2016: Die Idee eines ortsbezogenen Theaters entstand. Strausberg hatte bis dahin kein eigenes Theater.
- Die Gründerinnen Melanie Seeland und später Inés Burdow entwickelten ein Konzept, das die Geschichte und Atmosphäre des Geländes künstlerisch aufgreift.
- Das ehemalige Wasserwerk wurde zur Bühne umgebaut – eine rohe Betonhalle wurde zum Spielort für Theater, Musik und Diskurs.

 

🔨 Bauliche Transformation und künstlerische Entwicklung

- 2018: Das Theater erhielt seinen Namen: die Andere Welt Bühne. Erste Inszenierungen und Lesungen fanden statt.
- 2019: Bau einer hölzernen Drehbühne – mobil, wandelbar und ortsbezogen.
- 2020: Erweiterung um einen zweigeschossigen Aufbau, inspiriert von Friedrich Kieslers Raumbühne (1929), umgesetzt von Architekt Matthias Merkle.
- Die Bühne wurde zum interdisziplinären Raum für Schauspiel, Tanz, Musik und Philosophie – stets im Dialog mit dem Ort.

 

🌲 Nachhaltiger Wohnbau im Wald

- Aktuell entstehen auf dem Gelände 16 modulare Wohnhäuser, gebaut aus dem Holz des angrenzenden Kiefernwaldes.
- Die Bäume stammen aus notwendigen Fällungen und werden direkt vor Ort verarbeitet – ein radikal lokaler und ökologischer Ansatz.
- Die Häuser sind rückbaubar, mit Holzspänen gedämmt und so konzipiert, dass auch kleine Werkstätten sie bauen könnten.
- Architektin Laura Maasry und das Team setzen auf eine Architektur, die nicht nur ökologisch, sondern auch sozial nachhaltig ist – mit Fokus auf Gemeinschaft und Teilhabe.

 

🛣 Sanierung und Widmung der Betonstraße

- Eine alte, militärisch genutzte Betonstraße durchzieht das Gelände.
- Ziel ist die Sanierung und öffentliche Widmung dieser Straße, um sie der Stadt Strausberg zu übergeben.
- Damit würde sie Teil der kommunalen Infrastruktur und für alle zugänglich – essenziell für die Erschließung der Wohnhäuser und die Anbindung des Kulturquartiers.

 

⚖ Rechtliche und praktische Herausforderungen

Straßenwidmung:
- Erfordert formale Verfahren mit Stadt und Land Brandenburg.
- Nachweise zu Verkehrssicherheit, Entwässerung und technischen Standards sind notwendig.
- Die Finanzierung und Zuständigkeit für Instandhaltung müssen geklärt werden.

Eigentumsfragen:
- Das Gelände ist privat, die Übergabe an die Stadt setzt juristische Klärungen voraus.
- Diskussionen über Zuständigkeiten und langfristige Nutzung sind im Gange.

Genehmigungen & Bürokratie:
- Die Kombination aus Kultur, Wohnbau und Naturschutz macht das Projekt komplex.
- Beteiligung von Stadtverwaltung, Landesbehörden und Förderinstitutionen ist notwendig – mit entsprechendem Zeitaufwand.

Politische Dimension:
- In einem zunehmend polarisierten Klima geraten alternative Wohnformen und nachhaltige Projekte teils ins politische Spannungsfeld.
- Dennoch bleibt das Projekt ein Modell für zukunftsorientierte Stadtentwicklung und kulturelle Transformation.

 

💡 Fazit

Das Alte Postgelände in Strausberg ist heute ein lebendiges Labor für nachhaltiges Bauen, kulturelle Innovation und soziale Teilhabe. Die Andere Welt Bühne hat den Ort nicht nur künstlerisch transformiert, sondern auch den Impuls für eine neue Form des Zusammenlebens gegeben – mitten im Wald, auf Beton, mit Holz und Haltung.

 

Wir als Verein unterstützen in jeglicher Hinsicht "Die andere Weltbühne" und ihre Vorhaben!

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Kommentare

Ron Hasenbank-Subklew
Vor 5 Monate

Derzeit verfolgt die Stadt Strausberg das Bestreben, dem Bauherrn auf dem ehemaligen Postgelände eine Ergänzung zum bestehenden Vertrag vorzulegen. Gegenstand dieser Ergänzung ist unter anderem die Betonstraße, die durch das betreffende Ensemble verläuft. Es handelt sich hierbei um eine Straße, die zu Zeiten der Nationalen Volksarmee (NVA) errichtet wurde und ursprünglich für schwere Militärfahrzeuge wie Panzer ausgelegt war.

Der Bauherr soll nun einen Vertrag unterzeichnen, in dem er sich verpflichtet, eine Bauplanung für die Sanierung dieser Straße vorzulegen. Ziel ist es, die Straße nach erfolgter Sanierung öffentlich widmen und anschließend in das Eigentum der Stadt überführen zu können. Die Planung soll bis spätestens zum 31.12.2027 eingereicht werden – ein Datum, das auch vom Bauherrn als Zeitpunkt der vollständigen Entwicklung des Geländes genannt wurde.

Nach Prüfung und Freigabe der Planung durch die Stadt beginnt eine Frist von zwölf Monaten, innerhalb derer die Straße fertiggestellt sein muss.

Aus unserer Sicht fehlt in dem Vertragsentwurf ein entscheidender Passus, der dem Bauherrn eine angemessene rechtliche Absicherung bietet. Insbesondere sollte geregelt sein, dass sich die Frist zur Fertigstellung der Straße im Falle behördlicher Verzögerungen entsprechend verlängert. Eine solche Regelung wäre nicht nur sachgerecht, sondern auch rechtlich geboten, um dem Bauherrn Planungssicherheit zu gewährleisten (§ 313 BGB – Störung der Geschäftsgrundlage könnte hier im Streitfall relevant werden).

In der Vergangenheit wurde das Bauvorhaben mehrfach durch behördliche Verzögerungstaktiken behindert oder gar blockiert. Solche Entwicklungen möchten wir künftig vermeiden.

Mit „wir“ meine ich unseren Verein Märkisch – Ländlich – Konservativ sowie die UFW Pro Strausberg, die sich gemeinsam für eine konstruktive und transparente Stadtentwicklung einsetzen.